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Hier soll es selbstverständlich nicht um meine BIOlogie gehen - die dürfte sich nicht allzu sehr vom Durchschnitt unterscheiden - sondern um meine BIOgraphie. Na ja, der Begriff klingt ein wenig hochtrabend. Sagen wir lieber, ich möchte mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Oliver Skibbe. Ich bin Biologe und habe ziemlich viel Zeit damit verbracht, dieses Fach zu studieren, mein Diplom zu machen und schließlich zu promovieren (im Bereich Gewässerökologie). Die Begeisterung für alles Naturwissenschaftliche trage ich aber schon seit meiner Kindheit mit mir herum, woran meine Eltern sicher nicht ganz unschuldig sind.
Ich glaube, ich war wohl acht oder neun Jahre alt, als ich zum ersten mal durch ein Mikroskop geguckt habe. Eigentlich verdiente das Gerät eine derart seriöse Bezeichnung garnicht, denn es handelte sich um eines dieser kläglichen Spielzeugmikroskope ("Tausendfache Vergrößerung!"), die man eigentlich aus ethischen Gründen verbieten müßte. Meine Großeltern hatten damals keine Ahnung, welche Konsequenzen ihr Weihnachtsgeschenk einmal für mich haben würde.
Denn anstatt die mitgelieferten Dauerpräparate ("Maisstengel quer", "Vogelfeder") zu bewundern, fand ich es viel reizvoller, stinkige Wasserproben aus Gräben und Blumenvasen auf meine Objektträger zu tropfen. Irgendwie faszinierten mich die winzigen Wesen, die da ständig durch das Blickfeld huschten, auch wenn ich sie nur schlecht erkennen konnte.
Mein verständlicher Wunsch nach einem "richtigen" Mikroskop wurde erst Jahre später erfüllt. Ich war bereits in der 11. Klasse (eines bayerischen Gymnasiums), als mein Vater mir ein paar Mikroskopteile mitbrachte, die von einer demontierten Werkbank stammten. Mit viel Improvisation schafften wir es nach mehrtägigem Tüfteln, daraus wieder ein funktionierendes Ganzes zusammenzusetzen. Das Gerät sah zwar etwas merkwürdig aus (eine Art Frankenstein-Mikroskop aus Leichenteilen verschiedenster Herkunft), aber seine optische Qualität war geradezu eine Offenbahrung. Später wurde es noch weiter verbessert, so daß ich schließlich sogar eine Spiegelreflexkamera anschließen konnte. Die Fotografie hatte ich schon etwas früher als Hobby entdeckt, und so kam schließlich eines zum anderen. Einige meiner ersten Mikrofotos habe ich kurz vor dem Abitur für meine Facharbeit im Leistungskurs Biologie angefertigt: wirbellose und einzellige Organismen aus einem Aquarium.
Die einzige Möglichkeit, um diese schnellbeweglichen Objekte aufzunehmen, bestand damals für mich darin, einen hochempfindlichen 400-ASA-Film und eine starke Lichtquelle einzusetzen. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, daß die Tiere innerhalb kürzester Zeit von der selbstgebauten 100-W-Halogenbeleuchtung gargekocht wurden.
Fast zwangsläufig wuchs mein Interesse an der technischen Seite der Mikroskopie und ich ließ mir von den verschiedensten Herstellern Prospekte und Preislisten zuschicken. Aber die Preise waren so astronomisch, daß ich von einem echten Forschungsmikroskop jahrelang nur träumen konnte.
Erst während meines Biologiestudiums wurde meine Traum zur Realität. Alles begann mit einem alten Zeiss-Photomikroskop I , einem 50er-Jahre Gerät, das ich - leicht ramponiert und ohne viel Optik - angeboten bekam. Stück für Stück gesellten sich immer mehr Objektive, Kondensoren und Zubehörteile dazu. Fast alles habe ich gebraucht gekauft, denn mitunter kann man solche alten Schätzchen tatsächlich sehr günstig erwerben. Während meiner Diplom- und Doktorarbeit hatte ich ausreichend Gelegenheit, dieses Gerät einzusetzen.
Inzwischen bin ich, wie schon erwähnt, nicht mehr an der Uni. Stattdessen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und arbeite als "Freelancer" im Bereich Wissenschaftsfotografie und -journalismus.
Ich arbeite mit verschiedenen naturkundlichen Museen zusammen und habe an diversen Ausstellungen mitgewirkt (vgl. Referenzen).
Hauptsächlich gestalte und programmiere ich Multimedia-Präsentationen zu wissenschaftlichen Themen. Im Mai 2003 ist meine erste CD-ROM mit dem Titel "Berliner Straßenbäume" erschienen, die vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem vertrieben wird.
Außerdem habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit den Möglichkeiten digitaler Videotechnik auseinandergesetzt und versuche die Lebensvorgänge unter dem Mikroskop nun auch in bewegten Bildern festzuhalten.
Wer weiss, vielleicht können Sie ja demnächst einige meiner Aufnahmen im Fernsehen bewundern...
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